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Gustav Freytag

Gustav Freytag Portraits

Gemälde von Karl Stauffer-Bern

Schraffur von Georg Meyer

Gustav Freytag - Dichter, Journalist, Schriftsteller, Kulturhistoriker und liberaler Politiker

Gustav Freytag wurde am 13. Juli 1816 in Kreuzburg (Oberschlesien) als Sohn eines Arztes und späteren Bürgermeisters von Kreuzburg geboren. In Oels (Oberschlesien) lernte er bei seinem Onkel Pastor Neugebauer Latein. Er besuchte ab 1829 das Gymnasium in Oels und lernte in dieser Zeit schon die Liebe zur Literatur kennen. Mit Erhalt des Reifezeugnisses ging er 1835 an die Breslauer Universität um Philologie zu studieren. 1837 setzte er sein Studium in Berlin (Humboldt Universität) fort und erlangte 1838 die Doktorwürde mit der Promotionsschrift (in lateinischer Sprache) „Über die Anfänge der dramatischen Poesie bei den Germanen“. 1839 Habilitation, privat Dozent und Dichter an der Uni Breslau. Wegen der Ablehnung um eine außerordentliche Professur an der Uni Breslau stellte er 1844 seine Lehrtätigkeit ein und geht nach Leipzig. 1845 erschien seine erste Sammlung von Gedichten und Balladen. 1846 ging er in Leipzig ans Theater und schrieb sein erstes Drama „Die Valentine“. In Dresden schreibt er 1847 ein neues Schauspiel „Graf Waldemar“.

Zurück in Leipzig gründete er 1848 mit Julian Schmidt (seinem späteren Verleger) die politische Wochenzeitschrift der „ Grenzbote“ und so zum „Vater des modernen Journalismus“. Da er sich den politischen Unwillen der preußischen Polizei zuzog, ging er 1851 nach Siebleben in sein neu erworbenes „Haus zur guten Schmiede“. Herzog Ernst II. von Sachsen- Coburg und Gotha ernannte ihn 1854 zum Hofrat. Die Beiden verband eine lebenslange Freundschaft. In der ländlichen Stille in Siebleben entstanden die meisten literarischen Werke. 1855 der Kaufmannsroman „Soll und Haben“. Zwischen 1859 und 1867 entstanden seine fünfbändigen „Bilder aus der deutschen Vergangenheit“. 1863 erschien das von den Studenten geschätzte Lehrbuch „Die Technik des Dramas“. 1859 ist er Mitbegründer der National liberalen Partei Thüringens. 1867/70 war er Abgeordneter der National liberalen Partei im norddeutschen Reichstag. 1870/71 war er Kriegsberichterstatter im deutsch- französischen Krieg im Lager des Kronprinzen Friedrich Wilhelm. 1873- 1881 folgte der Romanzyklus die „Ahnen“ in sechs Bänden. In den Weiteren Jahren entstand die dreibändige Ausgabe „Der dreißigjährige Krieg“ (1618-1648).

Von 1879 verließ Gustav Freytag in den Wintermonaten Siebleben und ging nach Wiesbaden, wo er 1881 eine Stadtvilla erwarb. Von Ende April bis Ende Oktober kehrte er jedoch immer nach Siebleben zurück, denn nur hier fand er die nötige Ruhe für sein Schaffen. Am 30. April 1895 fast 79 jährig starb Gustav Freytag an einer Lungenentzündung in Wiesbaden und fand auf seinen Wunsch hin im nördlichen Teil des Kirchgartens in Siebleben seine letzte Ruhestätte.
Gustav Freytag war zu seiner Zeit und bis Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts der meistgelesene Schriftsteller Deutschlands mit einer Auflage seiner Bücher von über 2,6 Millionen. Zu seinen Ehren bekam in Gotha, eine Straße, ein Gymnasium und eine Aussichtsbank auf dem Seeberg mit Blick über Siebleben seinen Namen. Ein Wanderweg, der das Burgenensemble „Drei Gleichen“ verbindet, wird als Gustav- Freytag- Weg benannt. Ebenfalls trägt ein Wohnviertel in Siebleben den Namen „Am Gustav- Freytag- Park“. Seit dem Jahr 1900 gibt es auf dem Rennsteig nahe Oberhof den „Gustav Freytag Stein“.

Im Jahr 2009 wurde zu Ehren G. Freytag eine Schutzhütte mit seinem Namen in der Nähe des Gedenksteines auf dem Rennsteig errichtet. Seine Wirkungsstätte wird Gustav Freytag Haus genannt. Die Gedenkstätte befindet sich im Gustav-Freytag-Pavillon. Der Fremde aber, der die schmucke Residenz Gotha besucht, möge es sich nicht versagen, von Gotha aus den kleinen Abstecher nach dem freundlichen Siebleben zu unternehmen (Stadtbuslinie A).
Die Geburtsstätte der Werke Gustav Freytags verdient es, dass man sie aufsucht.

Filmplakat von „Soll und Haben“ aus dem Jahr 1924

Landhaus in Siebleben

Gustav Freytags Grabstätte mit Obelisk

Collage von Karl Stauffer-Bern mit Innen- und Außenansichten von Gustav Freytags Wirkungsstätte in Siebleben

Gustav Freytag mit seiner dritten Frau Anna Strakosch-Freytag