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Siebleben – damals und heute

Siebleben wurde im Jahr 786 erstmals in einem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld, dem so  genannten „Breviarium Lulli“ [Lullus (710-786) war der erste Erzbischof von Mainz sowie Gründer und erster Abt des Klosters Hersfeld], als „Sibilebo“ erwähnt.

Die Herkunft des Ortsnamens ist umstritten. Ob Siebleben nach der heidnischen Göttin „Sieba“ oder nach seinem Gründer „Sibi“ benannt oder ganz anderer Herkunft ist, weiß niemand genau zu sagen. Fest steht, es gibt keinen zweiten Ort gleichen Namens. Auch das Palindrom „Nebel bei Siebleben“ (www.nebelbeisiebleben.de), das man von vorn und hinten lesen kann, ist einmalig.

Siebleben liegt an der Via Regia und am Jacobs-Pilgerweg (www.jakobsweg.de), deren Verlauf in etwa mit der heutigen Bundesstraße 7 identisch ist.

Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ort als „ansehnliches und reinliches Pfarrdorf“ beschrieben, das an der breiten, mit Pappeln bepflanzten Heerstraße nach Erfurt liegt und immer mehr „Vorort“ von Gotha geworden ist. Im Zuge der späteren Industrialisierung haben sich hier viele Arbeiterfamilien angesiedelt, „so daß es heutzutage wohl kaum noch einen Dichter zu längerem Aufenthalte reizen würde“ [Seiler, F.: Gustav Freytag, S. 84/85].

Der wohl bekannteste Siebleber seiner Zeit war Gustav Freytag (www.gustav-freytag.de). Sein ehemaliges Wohnhaus liegt genau an der oben beschrieben Straße, die auch von einer Anzahl Gasthöfen und Herbergen gesäumt war, die von Gustav Freytag zu Fuß leicht zu erreichen waren und sicher auch öfter von ihm besucht wurden, um mit seinen Siebleber Nachbarn ins Gespräch zu kommen.

Bis zur Eingemeindung nach Gotha (www.gotha.de) am 1.10.1922, die mit der Abschaffung der Fürstentümer sowie Einführung einer Gebietsreform in Thüringen und gegen den Widerstand des Bürgermeisters Rudolf Ausfeld und seiner Ratsmitglieder durchgesetzt wurde, war Siebleben eine eigenständige Gemeinde.

Zur Gemarkung Siebleben gehören sogar Teile des Seebergs, der einzigen nennenswerten Erhebung dieser Gegend, mit Alter Sternwarte, Iffland-Quelle und Geierslache. Siebleben umfasst heute
12,76 km2 und ist damit der flächenmäßig größte Stadtteil von Gotha. Neue Wohngebiete und Gewerbeansiedlungen sowie veränderte Straßenführung prägen neben dem historischen Ortskern das heutige Bild maßgeblich.

Eine Anzahl von historischen Gebäuden und Ereignissen sind Zeugnis einer interessanten und wechselvollen Geschichte des Ortes bis zur Gegenwart.

 

[Quelle: in Auszügen aus dem Buch „Wie die Götter, zweigeteilt! Gustav Freytag in Siebleben“ (Buch im Siebleber Warenhaus) von Günter Bauerfeind und Reinhard Ponick]